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Neuigkeiten rund um geistreich

24. März 2011 Tim Allgaier

Time of my life. Mit Gott über den Regenbogen.

Der erste Jugendgottesdienst im neuen Jahr machte mit einem doch recht ungewöhnlichen Titel auf sich aufmerksam. Das Gottesdienst Team hatte hierzu bei der Themenfindung zwei aktuelle Lieder aus den Charts zum Vorbild.

Zu Beginn des Gottesdienstes hörten wir „Time of my life“ von den Black Eyed Peas sowie „Somewhere over the rainbow“ von Israel Kamakawiwo'ole.

Das Lied hatte ich vor ein paar Wochen schon einmal gehört. Es war zwischen zwei Terminen, als ich  in einer halbe Stunde Puffer unserer Band zufällig beim proben zuhören konnte. Sie spielten genau dieses Lied von den Black Eyed Peas. Es war das erste Mal, dass ich dieses Lied in Deutschland hörte und sofort waren die ganzen Emotionen von damals wieder da. Damals flog ich frisch verliebt im Frühsommer in die vielleicht schönste Stadt der Welt: Rom.

2 Wochen lebte ich mit tollen Menschen zusammen, war an grandiosen Orten und kleinen, wunderschönen Örtchen in der Umgebung, die dir nur Einheimische zeigen können. Dazu das gute italienische Essen und den italienischen Lebensstil. Abends ging ich mit einem Freund noch an einen Kiosk, wir kauften uns ein Bier und tranken es auf einer Bank beim Sonnenuntergang und bequatschten unser Leben.

Das Leben, wie es sein soll. Wie in der Coke Zero Werbung. 2 Wochen alles in Ordnung. Und währenddessen spielte im Radio immer dieses Lied, was mich seitdem immer an diese Zeit erinnert.

Es war nicht „DIE“ Zeit meines Lebens, sondern „EINE“ Zeit meines Lebens und wie im Song „Time of my life“, verdanke ich sie vor allem anderen. Nicht Rom oder der Frühsommer oder die gute Pasta und Espresso waren dran schuld, sondern die Menschen, mit denen ich diese Zeit verbrachte.

Und vielleicht kennt ihr dieses Gefühl ja auch: ihr habt eine tolle Zeit mit jemandem verbracht und dann kommt der Abschied. Und es kommt dieser Abschiedsschmerz auf, der sagen will, dass es schade ist, dass es nicht immer so bleiben kann. So, wie wenn alles in Ordnung ist. Und könnte ich die Welt basteln wie ich wollte, würde ich in diesen Momenten des Abschieds diese Leute unmittelbar dauerhaft nah in mein Leben platzieren.

Aber die Welt ist anders. Die Dinge sind nicht wie in der Coke Zero Werbung. Wir haben tolle Zeiten mit anderen in denen alles stimmt, aber die Regel ist doch, dass solche Momente genauso häufig sind, in denen wir merken, dass sie nicht optimal sind. Wo auch die Beziehungen zu anderen nicht so sind wie sie sollten. Das sind sie nur manchmal, in diesen kurzen Momenten, die Zeiten unseres Lebens. Und dessen werden wir uns bewusst, wenn wir uns von anderen verabschieden. An eine tolle Zeit droht sich der Alltag anzuschließen, das Leben gerät aus der Ordnung, die es eigentlich haben sollte.

Ein kluger Mann hat einmal Gänse beobachtet und etwas Interessantes festgestellt: Mastgänse verbringen ihr Leben eigentlich nur damit im Geläuf rumzulaufen und Körner zu picken. Aber in den Monaten, wo die Zugvögel reisen, fliegen auch manchmal Wildgänse an den Mastgänsen vorbei. Und wenn diese Mastgänse, die nie geflogen sind, noch fliegen können, die Schreie von Wildgänsen hören, dann antworten sie, spreizen ihre Flügel und versuchen abzuheben. Sie haben nie gesehen, wofür sie eigentlich gedacht waren und wo sie her kommen. Aber tief in ihrer Natur und DNS liegt etwas, was es ihnen in diesen Momenten bewusst macht.

Ich glaube, dass die Momente nach den Zeiten unseres Lebens, dieser Trennungsschmerz, genau so etwas ist, wie der Schrei der Wildgänse. Wir erinnern uns dann daran, dass wir eigentlich für etwas anderes gemacht worden sind, als der aktuelle Zustand. Wenn wir ungestörte Beziehungen zu anderen erleben und unser Leben feiern, erzählt uns unser Wesen etwas über einen Urzustand oder einen Zielzustand.

Ich glaube, dass der Trennungsschmerz, das Sehnen nach dem Leben wie es sein sollte, dort wo alles in Ordnung ist, in unserer seelischen DNS etwas weckt. Weil Gott selbst so ist: Beziehung und ein ausgelassener Freierer. In uns weckt eine Art göttliche DNS die Idee, dass es mal so etwas gab oder geben sollte, wo alles in Ordnung ist.

Dort kommt der zweite Song ins Spiel. Dieser Song schwärmt von dieser Welt irgendwo über dem Regenbogen. Und wenn ich dann wieder in die heiligen Texte schaue, erlebe ich, dass Gott diese Welt für gar nicht so fern hält. Gott ist nicht nur ein Meister des Feierns, den Großteil der Zeit verbringt er damit, mit anderen zu feiern und ihr Leben wieder Feierwürdig zu machen. Ihnen Gründe zum Feiern zu liefern. Und er feiert mit denen, mit denen sonst keiner feiern wollte. Und in den Texten spricht Gott öfters davon, dass es nicht ein ferner Traum bleibt, sondern Real werden soll.

Man hat mir lange Zeit erklärt, dass es beim Christentum darum geht in den Himmel zu kommen. Aber irgendwann habe ich gemerkt, dass es viel eher darum geht, den Himmel auf die Erde zu holen. Mit Gott zusammen. Und mit Jesus ist sogar der Anfang eines neuen Anfangs schon gemacht. Gott lädt uns alle ein, unser Leben, unsere Beziehungen mit ihm in Ordnung zu bringen und dieses auch weiterzugeben. Und es darf jeder mitmachen der will. Mit Gott in Verbindung kommen und um bei dem Song zu bleiben, mit ihm auf dem Weg zu sein über den Regenbogen. Nicht nur feiern, sondern anderen auch wieder Grund zum Feiern geben. Auch ihre göttliche DNS zum Klingen bringen.

Eine Gemeinschaft von Leuten hat sich zusammengeschlossen und es einmal so genannt: An eine neue Welt glauben, sie leben und verschenken. Das ist es, was Gott gerne mit dir und mir machen würde. Himmel und Erde miteinander immer mehr in Verbindung bringen. Gemeinsam über den Regenbogen wandern. Eine Party-Einladung ohne Türsteher oder Einlasskontrolle. Die Einladung geht auch an dich! Machst du mit?

Amen.