Jesus lebt. - Maria aus Magdala und die andere Maria machen sich auf den Weg, um nach dem Grab zu sehen. Plötzlich bebt die Erde, und ein Engel kommt vom Himmel herab. Er rollt den Stein vom Grab und setzt sich drauf. Der Engel leuchtet wie ein Blitz und sein Gewand ist schneeweiß. Er ist atemberaubend! So sehr, dass sogar die römischen Grabwächter vor ihm erstarren und zittern. Doch zu den Frauen sagt der Engel: „Ihr braucht keine Angst haben! Ich weiß, ihr sucht Jesus, der ans Kreuz genagelt wurde. Er ist nicht hier, er ist auferweckt worden, so wie er es vorausgesagt hat“. Erschrocken aber doch voller Freude laufen die Frauen zu den Jüngern, um ihnen alles zu erzählen. Da steht plötzlich Jesus selbst vor ihnen und sagt: „Habt keine Angst! Geht und sagt meinen Brüdern, sie sollen nach Galiläa gehen. Dort werden sie mich sehen.“
Ein Bibeltext mit viel Schrecken, ebenso wie Ostern mit Schrecken beginnt. Gleich viermal ist von Schrecken und Furcht die Rede: Die Grabeswächter erstarren vor Angst. Die Frauen erschrecken vor der Lichtgestallt des Engels und seiner Botschaft. Während sie davonlaufen, kämpfen Furcht und Freude noch in ihnen. Erst Jesus spricht das befreiende Wort: „Fürchtet euch nicht!“ Dass Gott in unsere Gräber greift und den gekreuzigten aus dem Tod erweckt, sprengt alle Grenzen. Er lässt uns erzittern und, wenn der lebendige Herr uns anredet, vor Freude erbeben.
Ostern bringt in Bewegung: Die Frauen eilen zu den Jüngern. Sie, die der Auferstandene „seine Brüder“ nennt, sollen sich nach Galiläa begeben. Am Ausgangspunkt des Wirkens Jesu und ihrer ersten Aussendung werden sie ihn sehen und den Auftrag zur Weltmission bekommen.
„Gehe aber hin zu meinen Brüdern und sage ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und zu eurem Vater.“ ( Johannes 20,17)
Zitiert nach: Hans-Martin Stäbler, Termine mit Gott, Verlag: Brunnen Neukirchener Aussaat 2011



